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Geldbeschaffungskosten beim Immobilienkauf verstehen

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Andreas Schössow

Experte für Finanzierung

Infos zum Autor

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Geldbeschaffungskosten entstehen durch die Finanzierung deiner Immobilie, nicht durch den Kauf selbst.
  • Dazu zählen unter anderem Zinsen, Bereitstellungszinsen, Disagio und bankabhängige Gebühren.
  • Sie werden häufig mit Kaufnebenkosten verwechselt, sind aber klar davon abzugrenzen.
  • Bei vermieteten Immobilien können Geldbeschaffungskosten steuerlich relevant sein.
  • Mit der richtigen Finanzierungsstrategie lassen sich diese Kosten spürbar reduzieren.
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Geldbeschaffungskosten Immobilienkredit

Was sind Geldbeschaffungskosten und warum sind sie wichtig?

Beim Immobilienkauf konzentrieren sich viele Käufer auf Kaufpreis, Notarkosten und Grunderwerbsteuer. Dabei geraten die Geldbeschaffungskosten oft aus dem Blick. Genau diese Kosten beeinflussen jedoch, wie teuer deine Baufinanzierung über die Jahre tatsächlich wird.

Wer Geldbeschaffungskosten versteht und realistisch einplant, kann Angebote besser vergleichen, versteckte Kosten erkennen und seine Finanzierung langfristig optimieren.

Was zählt zu den Geldbeschaffungskosten beim Immobilienkauf?

Geldbeschaffungskosten sind alle Kosten, die dir entstehen, um das benötigte Kapital für den Immobilienkauf zu erhalten.

Sie stehen also im direkten Zusammenhang mit der Finanzierung und nicht mit der Immobilie selbst. Typische Geldbeschaffungskosten sind:

  • Sollzinsen für das Darlehen: Sie machen den größten Kostenblock aus. Wie hoch sie genau  ausfallen, hängt vom Zinssatz, der Laufzeit und der Darlehenssumme ab.
  • Bereitstellungszinsen: Sie fallen an, wenn du das Darlehen nicht sofort vollständig abrufst – etwa bei Neubauten. Nach einer bereitstellungszinsfreien Zeit verlangt die Bank meist 0,25 Prozent pro Monat auf den noch nicht ausgezahlten Betrag.
  • Disagio (Abschlag vom Auszahlungsbetrag): Ein Disagio ist ein prozentualer Abschlag vom Darlehen, der beim Start einbehalten wird. Im Gegenzug erhältst du oft einen niedrigeren Sollzins.
  • Bankinterne Bearbeitungs- oder Vermittlungsgebühren: Einige Banken oder Vermittler erheben zusätzliche Gebühren. Diese sollten immer transparent im Angebot ausgewiesen sein.


Nicht dazu zählen Kosten wie Notar, Grundbuch oder Grunderwerbsteuer. Diese gehören zu den Kaufnebenkosten.

Geldbeschaffungskosten vs. Kaufnebenkosten: Der Unterschied

Ein häufiger Fehler ist die Gleichsetzung von Geldbeschaffungskosten und Kaufnebenkosten.

Kaufnebenkosten entstehen durch den Erwerb der Immobilie, zum Beispiel:

  • Grunderwerbsteuer
  • Notarkosten
  • Grundbuchkosten
  • Maklerprovision


Geldbeschaffungskosten
entstehen ausschließlich durch die Finanzierung. Für deine Budgetplanung ist dieser Unterschied wichtig, weil Banken Kaufnebenkosten meist nicht oder nur teilweise finanzieren.

Geldbeschaffungskosten absetzen

Beispiel für die Höhe der Geldbeschaffungskosten

Die Höhe der Geldbeschaffungskosten lässt sich nicht pauschal beziffern. Sie hängt ab von:

  • Darlehenshöhe
  • Zinssatz
  • Zinsbindung
  • Finanzierungsmodell


Über die gesamte Laufzeit betrachtet können sich die Zinskosten schnell auf einen hohen fünf- oder sechsstelligen Betrag summieren. Umso wichtiger ist es, nicht nur auf den Kaufpreis, sondern auf die Gesamtkosten der Finanzierung zu schauen.

Ein kurzes Rechenbeispiel: Wenn 300.000 € als Kredit aufgenommen werden und diese mit einem Zinssatz von 3,0% und einer konstanten Rate von 1.500 € zurückgezahlt werden, dann beläuft sich die Rückzahlung insgesamt auf 416.408,40 €.

Die Geldbeschaffungskosten liegen in diesem Fall also bei 116.408,40 € (ohne Bankgebühren, etc.). 

Steuerliche Behandlung: Sind Geldbeschaffungskosten absetzbar?

Ob du Geldbeschaffungskosten steuerlich geltend machen kannst, hängt von der Nutzung der Immobilie ab.

  • Eigennutzung: Geldbeschaffungskosten sind steuerlich nicht absetzbar.
  • Vermietung: Zinsen und weitere Finanzierungskosten gelten als Werbungskosten und können in der Steuererklärung abgesetzt berücksichtigt und abgesetzt werden.


Gerade bei Kapitalanlagen spielt dieser Punkt eine zentrale Rolle bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Lassen sich Geldbeschaffungskosten reduzieren?

Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich Geldbeschaffungskosten deutlich senken:

  • Angebote mehrerer Banken vergleichen
  • Zinsbindung und Tilgung sinnvoll wählen
  • Bereitstellungszinsen durch gute Planung vermeiden
  • Disagio kritisch prüfen
  • ausreichend Eigenkapital einbringen


Eine professionelle und unabhängige Finanzierungsberatung hilft dabei, nicht nur den Zinssatz, sondern die gesamte Kostenstruktur im Blick zu behalten.

Fragen rund um Kredite? Wir helfen weiter!

Konkrete Sachverhalte sind immer unterschiedlich. Falls du individuelle Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

Wir sind unabhängige Finanzberater und können dir zum Beispiel bei folgenden Themen weiterhelfen:

  • Planung deines individuellen Budgets inkl. Geldbeschaffungskosten und Kaufnebenkosten
  • Detaillierte Fragen rund um Kredite & Förderungen für deinen persönlichen Fall
  • Beratung zur Vertragsgestaltung mit Sondertilgung, Rückzahlungsmöglichkeiten und mehr
BaufiTeam Finanzierungsexperten

Fazit: Geldbeschaffungskosten realistisch einplanen

Geldbeschaffungskosten gehören zu den größten Kostenfaktoren beim Immobilienkauf, auch wenn sie auf den ersten Blick weniger greifbar sind als Kaufnebenkosten. Wer sie versteht, sauber kalkuliert und aktiv beeinflusst, schafft die Grundlage für eine solide und langfristig tragfähige Immobilienfinanzierung.

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Finanzierungsberater & Vertriebsleiter

Andreas Schössow, unser Finanzierungsexperte bei BaufiTeam, berät seit 15 Jahren erfolgreich zu Immobilienkauf und -finanzierung.

Er vermittelt Anschluss- und Baufinanzierungen, Forward-Darlehen als auch Kredite für Modernisierungen, stets mit den Bedürfnissen seiner Kunden im Fokus. Mit umfassender Marktkenntnis und Finanzexpertise macht Andreas komplexe Themen verständlich.

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