Ende der Sollzinsbindung: Das solltest du jetzt beachten
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Mit dem Ende der Sollzinsbindung läuft nur die Zinsvereinbarung aus, der Kredit selbst besteht selbstverständlich weiter.
- Für die verbleibende Restschuld brauchst du normalerweise eine Anschlussfinanzierung.
- Du kannst zwischen Prolongation, Umschuldung oder einem Forward-Darlehen wählen.
- Ein früher Vergleich verschiedener Angebote kann mehrere tausend Euro sparen.
- Prüfe rechtzeitig Restschuld, Laufzeit, Zinsen und mögliche Sondertilgungen.
Warum das Ende der Sollzinsbindung von Bedeutung ist
Viele Immobilienkredite laufen über Jahrzehnte, die vereinbarte Zinsbindung dagegen oft nur 10 oder 15 Jahre. Läuft diese Frist ab, endet nicht der Kredit, sondern lediglich der fest vereinbarte Zinssatz. Für die verbleibende Restschuld benötigst du dann eine neue Finanzierungslösung oder es drohen für dich schlechtere Konditionen, denn mit Ablauf der Sollzinsbindung kann die Bank andere Zinsen verlangen.
Genau dieser Zeitpunkt ist also besonders wichtig: Schon kleine Unterschiede beim neuen Zinssatz können deine monatliche Rate und die Gesamtkosten der Finanzierung deutlich verändern. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig die eigenen Möglichkeiten zu prüfen und Angebote zu vergleichen.
Was passiert nach dem Ende der Sollzinsbindung?
Sobald die Sollzinsbindung endet, wird die offene Restschuld normalerweise neu finanziert. Dafür gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:
- Verlängerung bei der bisherigen Bank (Prolongation)
- Wechsel zu einer anderen Bank (Umschuldung)
- Frühzeitige Zinssicherung über ein Forward-Darlehen
Die Bank informiert dich meist einige Monate vor Ablauf der Sollzinsbindung über die verbleibende Restschuld und mögliche neue Konditionen. Trotzdem solltest du dich nicht ausschließlich auf das Angebot deiner aktuellen Bank verlassen.
Restschuld richtig einschätzen
Ein wichtiger erster Schritt ist die Prüfung deiner aktuellen Restschuld. Diese entscheidet maßgeblich darüber:
- wie hoch die zukünftige Monatsrate ausfällt,
- welche Laufzeit sinnvoll ist,
- und welche Zinsen du erhältst.
Darauf aufbauend kannst du bei Banken dann eine neue Finanzierung anfragen. Im Idealfall kannst du deine monatliche Belastung nach unten korrigieren, falls du einen besseren Zinssatz als bei deiner ursprünglichen Finanzierung bekommst.
Prolongation oder Umschuldung?
Viele Banken bieten automatisch eine Prolongation an. Dabei verlängerst du die Finanzierung einfach bei deiner bisherigen Bank, aber zu neuen Konditionen. Das ist bequem und oft unkompliziert, aber nicht immer die günstigste bzw. beste Lösung.
Eine Umschuldung bedeutet dagegen den Wechsel zu einer anderen Bank. Dadurch kannst du unter Umständen bessere Konditionen erhalten oder die Finanzierung flexibler gestalten. Im Idealfall kannst du sogar deine monatliche Belastung reduzieren.
Ein Vergleich lohnt sich besonders:
- bei hoher Restschuld,
- bei gestiegenen Zinsen,
- oder wenn sich deine finanzielle Situation verändert hat.
Wann solltest du dich kümmern?
Idealerweise beginnst du etwa 12 bis 36 Monate vor Ablauf der Sollzinsbindung mit der Planung.
Das gibt dir genug Zeit, damit du verschiedene Angebote vergleichen und die aktuelle Marktsituation beobachten kannst. Stehen demnächst eher steigende Zinsen an? Dann kann auch ein Forward-Darlehen eine mögliche Alternative für dich sein.
So oder so lohnt es sich nicht erst, das Ende der Sollzinsbindung abzuwarten, um sich mit der eigenen Finanzierung zu beschäftigen. Gerade bei schwankenden Bauzinsen kann frühes Handeln sinnvoll sein.
Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren: Vorzeitig aus dem alten Kredit aussteigen
Unabhängig vom Ende der Sollzinsbindung gibt es bei Immobilienkrediten ein wichtiges Sonderrecht: Nach § 489 BGB kannst du in vielen Fällen deinen Kredit nach 10 Jahre kündigen (mit einer Frist von 6 Monaten), selbst wenn die vereinbarte Zinsbindung eigentlich noch länger läuft.
Das kann besonders interessant sein, wenn die aktuellen Bauzinsen deutlich günstiger sind als dein bestehender Zinssatz. In diesem Fall kannst du vorzeitig zu einer neuen Bank wechseln und dir bessere Konditionen sichern, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen.
Häufige Fehler beim Ende der Zinsbindung
Am Ende der Sollzinsbindung passieren oft die gleichen Fehler. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- zu spät mit der Planung beginnen,
- nur das Angebot der Hausbank anschauen und akzeptieren,
- zukünftige Belastungen zu optimistisch kalkulieren,
- Tilgung und Laufzeit nicht neu anpassen.
Besonders wichtig ist eine realistische Monatsrate, die auch langfristig tragbar bleibt. Bei der Einschätzung der Angebote und der monatlichen Raten kann eine unabhängige Beratung sehr wertvoll sein, sowohl inhaltlich als auch monetär.
Unabhängige Beratung bei Krediten!
Konkrete Sachverhalte sind immer unterschiedlich. Falls du individuelle Fragen hast, melde dich gerne bei uns.
Wir sind unabhängige Finanzberater und können dir zum Beispiel bei folgenden Themen weiterhelfen:
- Fragen rund um die Gestaltung deines Kredits auch am Ende der Sollzinsbindung
- Möglichkeiten ausloten, z.B. in Form einer Anschlussfinanzierung, einer Umschuldung oder einer Prolongation
- Beratung bei Konditionen und Rahmenbedingungen, inkl. Bauzinsen, Laufzeit und einzubringendes Eigenkapital
Fazit: Das Ende der Sollzinsbindung als Chance verstehen
Das Ende der Sollzinsbindung ist einer der wichtigsten Zeitpunkte einer Baufinanzierung. Jetzt entscheidet sich, wie teuer deine Restschuld in den kommenden Jahren wird.
Wer frühzeitig Angebote vergleicht und die eigene Finanzierung neu bewertet, kann bessere Konditionen sichern und somit langfristig viel Geld sparen. Deshalb lohnt es sich, die Anschlussfinanzierung nicht erst kurz vor Ablauf der Zinsbindung anzugehen.

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