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Baufinanzierung bei Elternzeit: Was ist möglich, was nicht?

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Andreas Schössow

Experte für Finanzierung

Infos zum Autor

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In der Elternzeit sinkt meist das Einkommen – das kann die Kreditvergabe erschweren.
  • Elterngeld wird oft nicht vollständig als Einkommen anerkannt.
  • Mit einem Partner oder durch geschickte Planung vor oder nach der Elternzeit kann eine Finanzierung dennoch gelingen.
  • Flexible Finanzierungsmöglichkeiten und Transparenz gegenüber der Bank sind entscheidend.
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Baufinanzierung Elternzeit Beratung

Ein eigenes Zuhause für die wachsende Familie – für viele wird der Wunsch nach einer Immobilie gerade mit Nachwuchs besonders greifbar. Schließlich steht der Familienzuwachs oft für einen Neuanfang, bei dem auch das passende Wohnumfeld eine große Rolle spielt. Doch was viele nicht wissen: Die Elternzeit kann bei der Baufinanzierung schnell zur Hürde werden. Denn wer in Elternzeit ist, bezieht in der Regel kein volles Gehalt – und das wirkt sich direkt auf die Baufinanzierung, genauer gesagt die Kreditwürdigkeit aus.

Heißt das, dass eine Baufinanzierung während der Elternzeit grundsätzlich nicht möglich ist? Nein. Aber es gelten besondere Voraussetzungen. In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf Banken achten, welche Strategien sinnvoll sind und wie du auch mit reduziertem Einkommen deinen Traum vom Eigenheim realisieren kannst.

Warum Elternzeit die Baufinanzierung stören kann

Ein Kind verändert vieles – auch die finanzielle Planung. Wer in Elternzeit geht, verdient oft weniger oder gar nichts, abhängig vom Modell, der Laufzeit und der gewählten Aufteilung der Elternzeit zwischen den Partnern. Das wirkt sich direkt auf die Kreditwürdigkeit aus. Banken prüfen genau, ob das Haushaltseinkommen ausreicht, um einen Immobilienkredit zuverlässig zurückzuzahlen. Ist eine Person in Elternzeit, fehlt dieses Einkommen zumindest teilweise in der Haushaltsrechnung – ein Problem für die Baufinanzierung.

Zwar ist es möglich, während der Elternzeit ein Darlehen zu erhalten, aber die Hürden sind etwas höher. Die Bonitätsbewertung fällt meist schlechter aus, was sich auf die Kreditvergabe und die Konditionen auswirken kann.

Baufinanzierung trotz Elternzeit

Welche Einkünfte in der Elternzeit zählen – und welche nicht

Ein wichtiger Punkt für die Kreditentscheidung ist, welche Einkünfte Banken als „sicher“ und somit anrechenbar bewerten. Während der Elternzeit zählen dazu meist:

  • Elterngeld: Es wird in der Regel nur anteilig oder gar nicht als Einkommen berücksichtigt, da es befristet ist.
  • Kindergeld: Gilt als zusätzliches, aber nicht hauptrelevantes Einkommen.
  • Mieteinnahmen, Kapitalerträge oder Unterhaltszahlungen: Werden je nach Bank unterschiedlich gewichtet.
  • Gehalt des Partners: Wenn vorhanden, kann es die Gesamtbonität deutlich stärken.


Was dagegen kaum Chancen hat: die geplante Rückkehr in den Job ohne vertragliche Zusicherung oder eine vage Aussage über die spätere Arbeitszeit. Banken wollen häufig Belege sehen. Reine Absichtserklärungen reichen dann ggf. nicht aus, weil sich die Pläne durchaus ändern können.

Baufinanzierung nur mit dem Partner? Diese Möglichkeiten gibt es

Gerade wenn ein Elternteil in der Elternzeit ist, kann eine gemeinsame Finanzierung mit dem Partner die Lösung sein. Dabei gibt es verschiedene Optionen:

  • Beide Partner nehmen den Kredit gemeinsam auf: Das Haushaltseinkommen wird zusammen betrachtet, was die Bonität verbessert.
  • Nur der Partner mit laufendem Einkommen wird Kreditnehmer: Die Elternzeitperson wird aus dem Kreditvertrag ausgeschlossen, was Risiken minimieren kann – aber auch rechtliche Nachteile hat.
  • Bürgschaft durch Verwandte oder Partner: Eher selten, aber bei starker Bindung zu einem Dritten möglich.


Wichtig: Eine solide vertragliche Regelung und Beratung sind bei allen Varianten ratsam, um spätere Konflikte oder Haftungsfragen zu vermeiden.

Hauskredit Elternzeit finanzieren

Kredit vor oder nach der Elternzeit aufnehmen: Lohnt sich das?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt kann entscheidend sein. Grundsätzlich gilt:

  • Vor der Elternzeit finanzieren: Wer vor Beginn der Elternzeit ein stabiles Einkommen nachweist, hat bessere Chancen auf ein Darlehen. Hier lohnt sich eine frühzeitige Planung, auch wenn sich die Kinderplanung nicht immer so genau machen lässt.
  • Während der Elternzeit finanzieren: Möglich, aber wie beschrieben mit durchaus strengeren Prüfungen. Die Bank wird genau hinschauen, wie die Tilgung gesichert ist.
  • Nach der Elternzeit finanzieren: Ideal, wenn du wieder ins Arbeitsverhältnis zurückgekehrt bist – vor allem mit einem unbefristeten Vertrag. Das zeigt Stabilität und Planbarkeit. Je nach Situation kann es sich also durchaus lohnen erstmal abzuwarten.


Wichtig: Falls du vor der Elternzeit finanzieren willst, solltest du die Rückzahlungsrate realistisch an dein künftiges Budget anpassen – sonst droht später eine finanzielle Überforderung.

Alternativen prüfen: Flexibel bleiben beim Hauskredit

Wenn ein klassischer Kredit aktuell nicht infrage kommt, lohnt sich ein Blick auf Alternativen:

  • Zwischenfinanzierung oder Überbrückungskredite: Kurzfristige Finanzierung bis zum Ende der Elternzeit. Das ist zwar normalerweise nicht sehr empfehlenswert, aber manchmal auch die einzige Möglichkeit.
  • Flexible Tilgungsmodelle: Einige Banken bieten Tilgungsaussetzungen oder variable Raten, um Phasen mit geringerem Einkommen zur Überbrückung an.
  • Förderprogramme nutzen: KfW-Darlehen, Wohn-Riester oder staatliche Förderungen können die Finanzierung erleichtern.


Flexibilität und Kompromissbereitschaft zahlen sich aus – gerade in einer Lebensphase mit vielen Veränderungen.

Was du Banken vorlegen solltest, um Vertrauen zu schaffen

Transparenz ist das A und O. Wer offen und gut vorbereitet in das Bankgespräch geht, hat bessere Chancen auf ein Ja. Dazu gehören:

  • Nachweise über Einkommen (Gehalt, Elterngeld, weitere Einkünfte)
  • Elternzeitbescheinigung mit Dauer und geplantem Wiedereinstieg (am besten bereits schriftlich fixiert)
  • Arbeitsvertrag mit Wiedereinstellungszusage (sofern notwendig)
  • Ggf. Finanzplan mit Liquiditätsübersicht für die Elternzeit


Ein solider Finanzierungsplan, der auch die Phase nach der Elternzeit berücksichtigt, zeigt der Bank: Hier denkt jemand voraus – das schafft zusätzliches Vertrauen.

Baufinanzierung in der Elternzeit? Wir beraten!

Konkrete Sachverhalte sind immer unterschiedlich. Falls du individuelle Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

Wir sind unabhängige Finanzberater und können dir zum Beispiel bei folgenden Themen weiterhelfen:

  • Planung deines individuellen Budgets für den Immobilienkauf
  • Detaillierte Fragen rund um Kredite für deinen persönlichen Fall, auch in der Elternzeit
  • Beratung zur Vertragsgestaltung mit Sondertilgung, Rückzahlungsmöglichkeiten und mehr
BaufiTeam Finanzierungsexperten

Fazit: Auch in der Elternzeit zum Eigenheim

Elternzeit und Baufinanzierung schließen sich nicht aus, aber sie machen die Sache komplexer. Der Weg zum Kredit führt über transparente Kommunikation, geschickte Planung und manchmal auch über Umwege wie Partnerfinanzierung oder Zwischenlösungen. Wer sich frühzeitig informiert, die eigene Lebenssituation realistisch bewertet und alle Optionen prüft, kann auch in der Elternzeit den Traum vom Eigenheim verwirklichen. Falls du dabei Hilfe brauchst, kann dir eine unabhängige Finanzierungsberatung ggf. weiterhelfen und deinen speziellen Fall auch entsprechend individuell betrachten.

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Finanzierungsberater & Vertriebsleiter

Andreas Schössow, unser Finanzierungsexperte bei BaufiTeam, berät seit 15 Jahren erfolgreich zu Immobilienkauf und -finanzierung.

Er vermittelt Anschluss- und Baufinanzierungen, Forward-Darlehen als auch Kredite für Modernisierungen, stets mit den Bedürfnissen seiner Kunden im Fokus. Mit umfassender Marktkenntnis und Finanzexpertise macht Andreas komplexe Themen verständlich.

Andreas Schössow