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Variables Darlehen: Chancen und Risiken bei variablem Zinssatz

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Andreas Schössow

Experte für Finanzierung

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei einem variablen Darlehen gibt es keine feste Zinsbindung.
  • Der Zinssatz passt sich regelmäßig an das aktuelle Marktzinsniveau an.
  • Sinkende Zinsen können die Finanzierung günstiger machen.
  • Steigende Zinsen erhöhen dagegen die monatliche Belastung.
  • Variable Darlehen bieten meist hohe Flexibilität bei Kündigung und Rückzahlung.
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Variables Darlehen

Besonderheiten bei einem variablen Darlehen

Die meisten Immobilienfinanzierungen werden mit einer festen Zinsbindung abgeschlossen. Dadurch bleibt die monatliche Rate über viele Jahre planbar. Bei einem variablen Darlehen funktioniert das anders: Der Zinssatz verändert sich regelmäßig entsprechend der aktuellen Marktentwicklung.

Dadurch kann ein variables Darlehen sowohl Chancen als auch Risiken bieten. In Phasen sinkender Zinsen profitierst du von niedrigeren Finanzierungskosten. Steigen die Bauzinsen dagegen deutlich an, erhöht sich auch deine monatliche Belastung. Deshalb eignet sich diese Finanzierungsform nicht für jede Situation.

Was ist ein variables Darlehen?

Ein variables Darlehen ist ein Immobilienkredit ohne langfristig fest vereinbarten Sollzins. Stattdessen orientiert sich der Zinssatz meist an einem Referenzzinssatz wie dem EURIBOR.

Die Bank überprüft die Zinsen in regelmäßigen Abständen – häufig alle 3 oder 6 Monate – und passt sie entsprechend an.

Das bedeutet:

  • Sinkt das allgemeine Zinsniveau, wird auch dein Kredit günstiger.
  • Steigen die Marktzinsen, erhöhen sich deine Finanzierungskosten.


Die monatliche Rate kann sich dadurch während der Laufzeit immer wieder verändern, was entsprechende Auswirkungen auf deine monatlichen Zahlungen an die Bank hat.

Wie funktioniert der variable Zinssatz?

Die Bank legt im Vertrag fest, wann und wie die Zinsen angepasst werden. Grundlage ist meist ein variabler Referenzzins plus ein fester Aufschlag der Bank.

Einfaches Beispiel

Du hast ein variables Darlehen über 250.000 €.

  • aktueller variabler Zinssatz: 3,0 %
  • anfängliche Tilgung: 2 %


Daraus ergibt sich zunächst eine jährliche Belastung von:

  • 7.500 € Zinsen
  • 5.000 € Tilgung


Die monatliche Rate liegt damit ungefähr bei 1.042 €.

Steigt der Zinssatz später auf 4 %, erhöht sich der Zinsanteil deutlich. Dadurch steigt auch die monatliche Gesamtbelastung. Nehmen wir vergleichbare Zahlen an, steigt der Zinsanteil also auf 10.000 € pro Jahr und somit ergibt sich eine rechnerische monatliche Rate von 1.250 €.

Welche Vorteile hat ein variables Darlehen?

Ein variables Darlehen bietet vor allem Flexibilität. Viele Verträge lassen sich mit kurzer Frist kündigen oder teilweise zurückzahlen. Dadurch eignet sich diese Finanzierungsform oft für Menschen, die:

  • in naher Zukunft verkaufen möchten,
  • eine größere Erbschaft erwarten,
  • bald hohe Sondertilgungen planen,
  • oder eine spätere Umschuldung offenhalten möchten.


Zusätzlich profitierst du direkt von sinkenden Zinsen, ohne auf das Ende einer festen Zinsbindung warten zu müssen.

Vorteile variables Darlehen

Welche Risiken gibt es?

Das größte Risiko sind steigende Zinsen. Diese können unter anderem von einer Erhöhung der Leitzinsen der EZB ausgelöst werden. Anders als bei einer klassischen Baufinanzierung bleibt deine Monatsrate nicht dauerhaft stabil.

Steigen die Marktzinsen deutlich, kann sich die Finanzierung spürbar verteuern. Deshalb solltest du ausreichend finanziellen Spielraum einplanen.

Gerade bei hohen Kreditsummen können bereits kleine Zinsänderungen mehrere hundert Euro Unterschied pro Monat ausmachen.

Variable Darlehen eignen sich deshalb oft weniger für Haushalte, die langfristig mit einer festen monatlichen Belastung planen wollen oder müssen.

Wann kann ein variables Darlehen sinnvoll sein?

Ein variables Darlehen kann besonders interessant sein, wenn:

  • du nur kurzfristig finanzieren möchtest,
  • bald mit größeren Geldzuflüssen rechnest,
  • fallende Zinsen erwartet werden,
  • oder du maximale Flexibilität benötigst.


In der Praxis werden in Deutschland variable Darlehen häufig als Zwischenlösung genutzt
, etwa bis zu einem geplanten Verkauf oder bis eine langfristige Anschlussfinanzierung abgeschlossen wird.

Variables Darlehen oder feste Zinsbindung?

Welche Variante besser passt, hängt stark von deiner persönlichen Situation und deiner Risikobereitschaft ab.

Eine feste Zinsbindung bietet:

  • hohe Planungssicherheit,
  • konstante Monatsraten,
  • und Schutz vor steigenden Zinsen.


Ein variables Darlehen bietet dagegen:

  • mehr Flexibilität,
  • kurzfristige Kündigungsmöglichkeiten,
  • und Chancen bei sinkenden Zinsen.


Dafür trägst du allerdings auch das Risiko steigender Finanzierungskosten.

Variable Darlehen werden in anderen Ländern häufiger genutzt

Während in Deutschland lange Zinsbindungen üblich sind, setzen Menschen in anderen Ländern deutlich stärker auf variable Immobilienkredite. Dort verändern sich die Finanzierungskosten oft schneller mit dem allgemeinen Zinsniveau. Beliebt ist diese Kreditform in Spanien, Großbritannien und zum Teil auch in den USA.

Der Vorteil: Kreditnehmer profitieren unmittelbar von sinkenden Zinsen. Gleichzeitig tragen sie aber auch ein höheres Risiko bei steigenden Marktzinsen. In Deutschland bevorzugen viele Banken und Kreditnehmer dagegen langfristige Planungssicherheit mit festen Monatsraten und stabilen Zinsen über viele Jahre.

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Fazit: Variable Darlehen sind flexibel, aber nicht ohne Risiko

Ein variables Darlehen kann eine sinnvolle Finanzierungslösung sein, wenn du flexibel bleiben möchtest und kurzfristig planst. Besonders bei erwarteten Sondertilgungen oder vorübergehenden Finanzierungen bietet diese Darlehensform Vorteile.

Gleichzeitig solltest du das Zinsrisiko nicht unterschätzen. Wer sich für einen variablen Zinssatz entscheidet, braucht ausreichende finanzielle Reserven und sollte steigende Monatsraten einkalkulieren können.

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Finanzierungsberater & Vertriebsleiter

Andreas Schössow, unser Finanzierungsexperte bei BaufiTeam, berät seit 15 Jahren erfolgreich zu Immobilienkauf und -finanzierung.

Er vermittelt Anschluss- und Baufinanzierungen, Forward-Darlehen als auch Kredite für Modernisierungen, stets mit den Bedürfnissen seiner Kunden im Fokus. Mit umfassender Marktkenntnis und Finanzexpertise macht Andreas komplexe Themen verständlich.

Andreas Schössow